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wie ich aufwuchs

Najano erzählt: 13.06.97 bis Juli 2001: Wie ich aufwuchs....


Am 13.06.1997 erblickte ich das Licht der Welt. Ich war sehr süß, klein, frech und schüchtern. Und außerdem war ich schwarz mit einem schönen weißen Stern auf der Stirn, rechts vorne und hinten links mit einer weißen Fessel. Ich wuchs mit meiner Halbschwestern (die gleichzeitig meine Tante war), meiner Mama und meiner Oma auf. Vier lange Jahre lebte ich im Sommerhalbjahr so lange es ging Tag und Nacht draußen und im Winter in der Box. Diese Extreme mochte ich nicht gerne.

Sehr viel fand in meinem Leben nicht statt, ich lernte Hufe geben, ging ohne Halfter und Strick mit Mama ins Gelände und fühlte ich dort von Anfang an am wohlsten. Dunkle geschlossene Räume machten mir große Angst. Auch mochte ich es nicht gerne, wenn man mir ein Halfter anzog.

Mein Leben war unbeschwert. Meine Mama war oft sehr vorsichtig, denn sie hatte einen schweren Unfall mit bösen Verletzungen. Diese Vorsicht gab sie an mich weiter. Vorsicht, hm, nun ja, ich gebe es ungern zu, doch ich war als ich jung war extrem ängstlich. Meine Ängste gingen ins Hysterische und ich hatte mich oft überhaupt nicht unter Kontrolle. Doch noch heute liebe ich gleichmäßige Abläufe, wenn sich etwas ändert, bin ich schnell überfordert. Erst mit den Jahren schaffte ich es meine Ängste immer mehr abzustreifen. Das habe ich meiner sehr großen Neugierde, meinem unendlichen Vertrauen in Menschen und der Unterstützung von Susanne zu verdanken, doch über sie später mehr.

Sehr gut erinnere ich mich auch noch an meine Kastration. Als Hengst war ich sehr frech und selbstbewusst. Als ich anfing auf meine Mutter zu steigen wurde ich kastriert. Das war sehr traumatisch für mich. Ich wurde mit einem Pferdeanhänger in die Klinik gefahren. Hänger fahren ist mir seit dem verhasst. Die OP ist sehr gut verlaufen, doch ich fühlte mich danach nicht gut. Der Wundschmerz verheilte schnell, dass war nicht das Problem, doch ich hatte lange Jahre das Gefühl nicht mehr stark genug zu sein. Meine Ängste nahmen zu und ich entwickelte mich sehr spät, obwohl mein Fell immer heller wurde. Als ich schon fast weiß war gab es ein Unglück in der Menschenfamilie und mein Halbschwester und ich sollten verkauft werden.

Mir wurde in diesem Augenblick klar, dass wir Pferde nur Sklaven sind. Von wegen Familienmitglieder. Patricia, die Tochter der Familie, der ich gehörte, sagte immer, sie würde mich über alles lieben, dennoch musste ich gehen. Das konnte ich nicht verstehen. Es traf mich hart und ich versuchte das Beste daraus zu machen...

Es kamen viele Interessenten. Zum Glück sagten die Menschen immer „Nein, der nicht und der nicht“. Ich bin bei jedem, bei dem ich ein schlechtes Gefühl hatte weg gelaufen und ließ mich erst gar nicht halftern. Das mochte ich ja sowieso nicht gerne....

Im Juli 2001 kamen vier Frauen. Die eine kannte ich, dass war die Marklerin, die die Pferde vermittelte. Eine der drei anderen schien mir sehr nett zu sein. Ich war unsicher. Auf der einen Seite zog sie mich an, war super lieb auf der anderen Seite hatte ich Angst. Wie immer wurde meine Halbschwester Bajana al Badi angepriesen, edles Pferd, schauen Sie wie schön sie ist und auch eine gute Zuchtstute. Ich kam mir minderwertig vor, ich konnte keine Fohlen bekommen und war aber auch kein Hengst mehr. Diese Frau war wirklich sehr sehr nett und ich dachte, wenn ich wirklich weg muss, dann zu der, das ist die netteste, die bis jetzt hier war und es kann nicht bessere werden. Also ging ich zu ihr, schaute über ihre Schulter und durchsuchte den Tabakbeutel nach Essen. Sie freute sich, ging weg und ich hinter her.

Mein Besitzer wollte nicht glauben, dass ich das getan hatte, weil ich mich sonst immer vesteckte. So gab er mich her und ich wurde an diese Frau verkauft, die Susanne heißt und bei der ich immer noch lebe.

Ich sollte erst Ende September zu ihr, dass schien mir erst mal weit genug weg und nahm mir die Verlassensängste. Ich sagte mir immer: Hengste müssen einmal die Herde verlassen, Stuten nicht. Das gab mir Mut und Zuversicht meinen neuen Weg einzuschlagen und die Familie zu verlassen. Immerhin hatte ich diese Entscheidung getroffen, etwas was andere Pferde nicht tun können.

30.12.14 19:24

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